Die Goll Orgel

Goll Orgel (Foto: © Hitsch Rogantini)Goll Orgel (Foto: © Hitsch Rogantini)
Es geht um die Königin!

Die Orgel gilt als Königin der Musikinstrumente. Ihre Herkunft geht zurück auf die Schlachtfelder der Könige und Kaiser. Aus einfachen Schafhörnern und Silbertrompeten wurden blasbalgbetriebene Signalinstrumente, die immer weiter ausgebaut wurden. Der Einzug in die grossen Kirchenräume zeichnete sich bald ab.

Es geht um die Königin!

Eine Königin braucht auch einen königlichen Raum. Besucher der reformierten Kirche Klosters sind sich einig: das 1921/22 von den Architekten Schäfer und Risch umgebaute Kirchenschiff von 1723 und der Chor von 1493 strahlen Ruhe und Heiterkeit aus.

Es geht um die Königin!

Steht man im Chor und dreht sich von Osten gegen Westen um, dann erblickt man die Königin der Instrumente.
Die Orgelbaufirma Goll AG unter der kundigen Leitung von Simon Hebeisen hat ein ebenso würdiges Werk geschaffen, wie vor mehr als hundert Jahren die oben erwähnten Bauer des Kirchenschiffs und des Chors. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Die 28 Register der neuen Orgel sind harmonisch durchkomponiert und erfüllen den Kirchenraum mit Farbklängen und Klangfarben in allen Variationen.
Eben so, wie es sich für eine Königin gehört!
Alex Schaub, ehemaliger Kirchgemeindepräsident

Die neue Goll Orgel, die seit 2018 in der reformierten Kirche St.Jakob in Klosters steht, ist eine zweimanualige Orgel, mit 1500 Pfeifen, 28 Registern, Schellwerk, Pedal und einer modernen Setzeranlage.

Die 28 Register sind so aufgestellt, dass sowohl die Klangabstrahlung als auch die Zugänglichkeit zu allen Elementen optimal gewährleistet sind. Im vorderen Gehäuseteil sind die Pfeifen des Hauptwerks (I. Manual) und des Pedals untergebracht, während das Pfeifenwerk des Schellwerks (II. Manual) in einen separaten hinteren Gehäuseteil steht. Die Front - bestehend aus beweglichen Jalousien - kann kontinuierlich geschlossen und geöffnet werden und ermöglicht so ganz feine dynamische Nuancierungen.
Der Schwerpunkt der Disposition liegt bei einer sehr differenzierten Grundstimmen-Palette, die besonders für das Begleiten (Gemeinde, Chor, Solisten) wunderbare Einzelfarben und "Fonds"-Registrierungen bereithält. Dazu kommen zahlreiche charaktervolle Pfeifenreihen, die subtil aufeinander abgestimmt und in den unterschiedlichsten Kombinationen verwendbar sind.
Die Traktur ist mechanisch ausgeführt und besteht aus tausenden von filigranen Holzteilchen, die nahezu reibungs- und geräuschlos die Bewegung von den Tasten zu den entsprechenden Ventilen unter den Pfeifen übertragen. Durch die Präzision der Herstellung und der Regulierung wird eine subtile Spielweise und Artikulation ermöglicht. Die Ein- und Ausschaltung der Klangfarben (Register) geschieht ebenfalls mechanisch und auf direktestem Weg zwischen den Registerzügen und den Sperrschiebern (Schleifen) in der Windlade. Da jedes Register auch über einen zusätzlichen Elektromagnet gesteuert werden kann, ist es möglich, Kombinationen abzuspeichern und auf Knopfdruck während des Gottesdienstes oder im Konzert im richtigen Moment wieder abzurufen. Die Windversorgung mit einem leistungsfähigen Schleudergebläse und zwei Bälgen ist im frei gewordenen Raum hinter der Orgel aufgestellt.
Das Gehäuse der neuen Orgel ist ganz bewusst modern gestaltet und bildet damit einen spannungsvollen Kontrast zur Innenausstattung der Kirche, wo die meisten Elemente aus naturbelassenem hellem Holz gefertigt sind. Die charakteristische Decke und die Emporenbrüstung mit den schwarzen Schablonenmalereien im Heimatstil der 1920er Jahre wirken sehr einheitlich und bilden das gestalterische Umfeld für das neue Instrument.
Drei Materialien prägen den Orgelprospekt (Ansicht): grau gebeiztes Eichenholt, Bündner Arvenholz und die hochprozentige Zinnlegierung der sichtbaren Pfeifen.

Als Dankeschön aus der Werkstatt und anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Firma Goll AG wurde ein zusätzliches Register in die Orgel eingebaut: der Zimbelstern. Mit feinen Klangstäben zaubert er zu besonderen Gelegenheiten nicht nur ein helles Glitzern in den Raum, sondern bestimmt auch ein Lächeln auf die Gesichter der Zuhörer.

Textausschnitte aus der Broschüre "Die neue Goll Orgel"