Verantwortlich: Andrea Flütsch
Bereitgestellt: 09.10.2025
Augusto Giacometti Chorfenster
Der Jakobstraum 1928
Auch für die Reformierte Kirche St.Jakob, wie für alle seine Glasgemälde, war Augusto Giacometti in der Themenwahl frei und entschied sich für den Jakobstraum.
Jakob, der im mittleren Fenster ganz unten zusammengekauert schläft, sieht im Traum die Verbindung zwischen dem göttlichen Himmel und einem auserwählten Ort auf der Erde: eine Leiter, auf der Engel auf und ab steigen. Die beiden schlafenden Hirten mit ihren Schafen in den Seitenfenstern verweisen auf die Tätigkeit Jakobs, der ebenfalls als Hirte arbeitete. Zugleich stellen die Hirten in den Seitenfenstern Jakob in unterschiedlichen Lebensaltern dar.
Des weiteren sind das Schaf als auch der Schäfer im christlichen Zusammenhang als Symbole für das Opfer Jesus Christus und auch für den fürsorglichen Gott zu sehen.
Die Pflanzenelemente in den seitlichen Fenstern basieren einerseits auf dem bukolischen (Hirten-)Kontext um die Schäfer und ihre Tiere; andererseits sind sie ein Hinweis auf Jakobs Traum: Er benennt nach dem Erwachen - beeinflusst durch seinen Traum - den Ort als "Gotteshaus", was sicherlich mit dem Paradies gleichzusetzten ist. Aufgrund einer Bibelstelle, der Offenbarung des Johannes, wird Jerusalem auch als Paradies bezeichnet. Diese Stadt hat Giacometti in beiden Seitenfenstern jeweils oben links dargestellt.
Augusto Giacometti setzt ein Gestaltungsmerkmal von Glasgemälden, die Bleiruten, gezielt ein, um den Kontrast zwischen den bunten und dunklen Stellen der Fenster zu erhöhen: die üblicherweise silberfarbenen Bleiruten werden mit schwarzer Farbe bemalt und zusätzlich so "satt und stark" wie nur möglich erstellt. Giacometti appliziert auf bestimmten Glasstücken gezielt Schwarzlot - eine schwarze Farbe.
Mit den möglichst breiten Bleiruten und dem Schwarzlot werden die farbigen Bereiche voneinander getrennt, so dass sich auch keine optischen Farbmischungen ergeben, was einerseits die Farben selbst klar und rein erscheinen lässt und andererseits die farbigen Bereiche satt und leuchtend strahlen lässt.
Die für Giacometti charakteristische perlenartige Bordüre ist für die Gesamtwirkung seiner Glasgemälde sehr wichtig, da sie die Darstellung wie ein leuchtender Rahmen einfasst und sie vom dunklen Grund abhebt.
Text: Christina Snopko, Kunsthistorikerin, Basel
Bildnachweis: Hitsch Rogantini, Fotograf, Klosters
Auch für die Reformierte Kirche St.Jakob, wie für alle seine Glasgemälde, war Augusto Giacometti in der Themenwahl frei und entschied sich für den Jakobstraum.
Jakob, der im mittleren Fenster ganz unten zusammengekauert schläft, sieht im Traum die Verbindung zwischen dem göttlichen Himmel und einem auserwählten Ort auf der Erde: eine Leiter, auf der Engel auf und ab steigen. Die beiden schlafenden Hirten mit ihren Schafen in den Seitenfenstern verweisen auf die Tätigkeit Jakobs, der ebenfalls als Hirte arbeitete. Zugleich stellen die Hirten in den Seitenfenstern Jakob in unterschiedlichen Lebensaltern dar.
Des weiteren sind das Schaf als auch der Schäfer im christlichen Zusammenhang als Symbole für das Opfer Jesus Christus und auch für den fürsorglichen Gott zu sehen.
Die Pflanzenelemente in den seitlichen Fenstern basieren einerseits auf dem bukolischen (Hirten-)Kontext um die Schäfer und ihre Tiere; andererseits sind sie ein Hinweis auf Jakobs Traum: Er benennt nach dem Erwachen - beeinflusst durch seinen Traum - den Ort als "Gotteshaus", was sicherlich mit dem Paradies gleichzusetzten ist. Aufgrund einer Bibelstelle, der Offenbarung des Johannes, wird Jerusalem auch als Paradies bezeichnet. Diese Stadt hat Giacometti in beiden Seitenfenstern jeweils oben links dargestellt.
Augusto Giacometti setzt ein Gestaltungsmerkmal von Glasgemälden, die Bleiruten, gezielt ein, um den Kontrast zwischen den bunten und dunklen Stellen der Fenster zu erhöhen: die üblicherweise silberfarbenen Bleiruten werden mit schwarzer Farbe bemalt und zusätzlich so "satt und stark" wie nur möglich erstellt. Giacometti appliziert auf bestimmten Glasstücken gezielt Schwarzlot - eine schwarze Farbe.
Mit den möglichst breiten Bleiruten und dem Schwarzlot werden die farbigen Bereiche voneinander getrennt, so dass sich auch keine optischen Farbmischungen ergeben, was einerseits die Farben selbst klar und rein erscheinen lässt und andererseits die farbigen Bereiche satt und leuchtend strahlen lässt.
Die für Giacometti charakteristische perlenartige Bordüre ist für die Gesamtwirkung seiner Glasgemälde sehr wichtig, da sie die Darstellung wie ein leuchtender Rahmen einfasst und sie vom dunklen Grund abhebt.
Text: Christina Snopko, Kunsthistorikerin, Basel
Bildnachweis: Hitsch Rogantini, Fotograf, Klosters
