01.01.26 Jahreslosung

Jahreslosung 2026 bearbeitet (Foto: © Internet)
Jahreslosung 2026 bearbeitet (Foto: © Internet)
Gedanken zur Jahreslosung von
Pfarrer Heinz-Ulrich Richwinn
Gedanken zur Jahreslosung 2026 Entschleierung (Offenbarung 21,5)

I. apokalypsis
Das erste Wort der Offenbarung lautet apokalypsis. Damit ist die Wirkabsicht dieses letzten Buches unserer Bibel verraten: Es soll vieles entschleiert, es soll vielen enthüllt werden. Kein Enthüllungsjournalismus, sondern Entschleierung und Enthüllung insofern, als das deutlich wird, was der Prophet mit dem verbreitet jüdischen Namen Johannes in Visionen zu hören und zu sehen bekommt.
Dabei fallen ihm sozusagen die Ohren ab. Und es gehen ihm sozusagen die Augen über: Gegenwart und Zukunft einer gewaltüberfressenen Welt führen sich auf.
Ein spektakuläres Ende und eine Neuschöpfung jenseits der Gewaltverliebtheit führen sich auf.


II. visionär
Gott spricht in Visionen. So bekommt Johannes es mit. Gott spricht in Visionen, dass allen etwas Neues gut zu Gesicht stünde!
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! (Offb 21,5)
Das steht am Ende, wo alles dank Gott einen neuen Anfang nimmt.
Neuer Himmel
Neue Erde, neue Verortung Gottes, nah bei uns Menschen.
Das meint keine Generalüberholung.
Sondern ein Neuanfang mit einem Leben, in dem kein Leid mehr sein wird – visionär.
Keine Tränen mehr vergossen werden – visionär.
Der Tod in seiner Dringlichkeit und in seinem Mechanismus, wie er von der Macht aus funktioniert, ausgespielt – visionär.

III. echt
In Zeiten, in denen eine grosse Lügenmaschinerie mit den fake news aufgefahren wird,
sieht Johannes für uns eine neue Echtheit. Zur Entlastung darf das Visionäre in unseren Alltag ziehen.
Das Visionäre verbindet sich mit dem Segen:

Du bist Anfang, Mitte, Ziel.
Siehe, ich mache alles neu!
Wer in deinem Namen all sein Tun und Werk beginnt,
sät guten Samen.
Siehe, ich mache alles neu!
Segne meine Arbeit jetzt, dass sie wohl gelinge,
dass ich das, was nützt und baut, lehrt und hilft, vollbringe.
Siehe, ich mache alles neu!
(Johann Amos Comenius)

Das Visionäre verbindet sich im Kirchenjahr mit dem Segen:

Guter Gott,
Dich bitten wir nun,
(Über dem Brot wird das Kreuz geschlagen.)
segne dieses Brot,
wie du einst die fünf Brote in der Wüste gesegnet hast.
Siehe, ich mache alles neu!
Alle, die von diesem Brot essen,
gereiche es zum Heil für Leib und Seele,
zum Schutz gegen Krankheiten und alle Anschläge des Bösen.
Siehe, ich mache alles neu!
(frei nach dem alten Attendorner Ostersemmelsegen von 1616)

Seien Sie mit der Jahreslosung 2026 gut und behütet unterwegs!
Heinz-Ulrich Richwinn, Pfr.